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 rezension- die sieben todsünden

Theaterkritik

Manchmal sagen Taten mehr als Worte, so könnte wohl das Motto des Grundkurses Darstellendes Spiel 13 geheißen haben bei der Erarbeitung der Szenencollage ,,Die 7 Todsünden“.
Als ich von einer Freundin, die das Theaterstück schon am Dienstag, den 15. April sah, hörte, dass die Darsteller auf der Bühne so gut wie gar nicht geredet haben, war ich erst einmal abgeschreckt. Ich überlegte mir sogar, die Karte eventuell zu verschenken. Immer hin fand ich Stummfilme noch nie sonderlich spannend, weshalb sollte mich dann ein Theaterstück, das größten Teils nur von Mimik und Gestik getragen wird, überzeugen? Doch meine Freundin konnte mich beruhigen, indem sie mir erzählte, wie toll das Stück gewesen sei. Schließlich konnte ich mich am Mittwochabend doch aufraffen und begab mich mit gemischten Gefühlen Richtung Schule. Die Aula war bei meiner Ankunft brechend voll. Dem geschuldet konnte ich nur einen Platz in der vorletzten Reihe erhaschen -leider, wie sich später herausstellten sollte.
Plötzlich ertönte ein lauter Schlag und spätestens jetzt waren auch die verquatschtesten Quasselstrippen still. Die Szenencollage begann. Schon nach den ersten fünf Minuten war das gesamte Publikum gefesselt von der musikalisch untermalten, kraftvollen Darstellung der Protagonisten. Es war erstaunlich mit welchem Enthusiasmus und Feuer die mit einem roten X gekennzeichneten Personen die 7 Todsünden Neid, Geiz, Hochmut, Zorn , Trägheit, Wolllust und Völlerei schauspielerisch verkörperten. Einen Höhepunkt bildete hierbei sicherlich der Auftritt Tim Ahrens´, der mit seiner lasziven Darstellung der Todsünde Völlerei, Angst und Schrecken auf die Gesichter der Zuschauer zu meißeln vermochte. Das lag nicht nur am Aufreißen seines T-Shirts, wie jetzt sicherlich der ein oder andere vermutet, sondern viel mehr an seiner überzeugenden schauspielerischen Leistung. Ebenfalls war das Selbstverständnis, mit dem die Schauspieler durchweg- auch bei anstößigen Szenen- auf der Bühne agierten, faszinierend. So schikanierten sich beispielsweise die drei Darstellerinnen der Todsünde Wolllust nicht als sie aus voller Kehle stöhnten und sich dabei zärtlich gegenseitig berührten. Zu den sonst so ernsthaft gezeichneten Sünden, boten die zwischendurch auftretenden Clownsgestalten eine gelungene und drollige Abwechslung. Ja, es machte sogar den Anschein, als wenn sich die Schelme über die aufgezeigten schlechten Charaktereigenschaften der Gesellschaft belustigten. Dieser sozial-kritische Aspekt zeigte einmal mehr auf, was Menschen doch für lächerliche Gestalten sein können. Mit viel Charme und wundervoller Selbstkritik wurde also die Menschheit von dem Grundkurs Darstellendes Spiel 13 auf die Schippe genommen. So konnte das Tanz- und Bewegungstheater ohne viele Worte - selbst bei den größten Skeptikern- seinen Anklang finden.
Ein großes Dankeschön an die Techniker, die Leiterin Bianca Barucki und vor allem an die Darsteller für das erfrischende Theaterstück und den außergewöhnlichen Abend.



susanne, 06.09.2008 15:57
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